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  • Lukas Kuhlendahl

Entwicklung einer VR-Anwendung für die Burg Linn

"Burg Linn 1377” Wenn man das Museum Burg Linn besucht, kann man sich vorstellen, wie das Leben auf der Burg im Mittelalter war. Aber was wäre, wenn man es tatsächlich erleben könnte? Das kann man! Seit Februar 2019 ist im Museum Burg Linn in Krefeld eine interaktive Virtual Reality Station installiert, mit der die Besucher in die Vergangenheit der Burg eintauchen können. In der Anwendung schreiben wir das Jahr 1377. Der Erzbischof zu Köln will das Verhalten des Raubritters Heinrich von Strünkede nicht länger dulden. Dieser treibt sein Unwesen rund um Burg Linn und überfällt rücksichtslos Karawanen auf der Straße und Schiffe auf dem Rhein - auch die des Erzbischofs. Das ist Heinrich egal, Hauptsache er hat reiche Beute. Der Erzbischof droht daraufhin eine Belagerung der Burg an. Die Spieler übernehmen in der VR-Anwendung die Rolle von Heinrich, der in den Momenten bevor die Belagerung beginnt, die letzten Dinge regeln muss, um die Burg vorzubereiten. Dazu gehören beispielsweise Vorbereitung der Waffen, für Nahrung und Wasser zu sorgen, die Verteidigungsanlagen der Burg bereit zu machen und das Ganze in einer begrenzten Zeit, denn die Belagerer stehen bereits unmittelbar vor den Toren! Nach Ablauf der Zeit sehen die Spieler, wie gut sie die Burg gesichert haben und ob sie einer Belagerung standhalten würde. Die tatsächliche Belagerung fand dann doch nicht statt, da sich der Erzbischof und Heinrich friedlich einigten. Die Virtual Reality Anwendung ist dabei nicht als Ersatz, sondern als Erweiterung der Ausstellung im Museum konzipiert. Wenn man aus der Anwendung zurückkehrt und die reale Burg mit ganz anderen Augen erneut entdeckt, kann man die architektonischen Veränderungen erleben, die die Burg in den letzten 600 Jahren erfahren hat. Die moderne Virtual Reality Technologie lädt vor allem jüngere Besucher ein und soll die Möglichkeit bieten, dass auch die Enkel den Großeltern etwas im Museum erklären können. Die Umsetzung dauerte ca. 6 Monate und wurde von den Historikern der Museums begleitet.  Die Anwendung “Burg Linn 1377” geht über eine digitale Rekonstruktion hinaus, durch Gamification, Motivation und Spielerführung werden den Nutzern auch Spaß und ein neues Erlebnis im Museum geboten. Und es funktioniert, in den ersten Wochen nach der Installation der VR-Station haben zahlreiche Besucher die Möglichkeit genutzt, in der Zeit zurückzureisen und die Burg für die Belagerung bereit zu machen. Frau Dr. Morscheiser, die Leiterin des Museums Burg Linn sagt dazu: “Wir haben richtig gute Rückmeldungen, vor allem an den ersten Wochenenden gehabt, wo es zum Teil Schlangen gab, von Leuten, die angestanden haben und es noch einmal spielen wollten”.



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